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SAV-Bartenwetzer e.V., Melsungen
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Willkommen beim SAV-Bartenwetzer e.V. Melsungen
Geschrieben von Web Master   
Samstag, 12. Juni 2004


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Petri Heil, verehrter Angelfreund und willkommen auf der Webseite des SAV-Bartenwetzer .e.V. Melsungen.

Diese Webseite, erstmalig ins Leben gerufen im Mai 2007, soll allen interessierten Angelfreunden Informationen über unseren Verein geben.

Ständig werden wir hier neue Informationen anbieten und haben auch für unsere Vereinsmitglieder einen besonderen Bereich eingerichtet.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des SAV-Bartenwetzer e.V. Melsungen wurde eine Festschrift publiziert.

Die nachfolgende Darstellung stellt Auszüge aus dieser Festschrift in teilweise gekürzter Form dar. 

 

50 Jahre Rückblick

- eine etwas andere Betrachtung -

7 Angler entschlossen sich Mitte des Jahres 1946 aus der Namenlosigkeit ihres Anglerdaseins herauszutreten und einen eigenen Angelverein zu gründen.

Nach Aussage des ältesten Mitgliedes des Vereins und Mitbegründer, Ludwig Harbusch, trafen sie sich auf dem Schloßplatz um gemeinsam den Schritt zur Vereinsgründung zu wagen.

-7-, um nicht an die 7 tapferen Schneiderlein anzuknüpfen, sondern, weil` eben zu einer Vereinsgründung 7 Personen erforderlich waren.

Mit diesen Schritt wollten sie auch die Überlieferung des früher bereits einmal ansässigen "Kurhessischen Angelsportverein Melsungen", gegründet 1929, fortsetzen.

Aufgrund der Antragstellung wurde am 28.6.1946 der jetzige Verein mit Genehmigung der örtlichen Militärregierung, durch den Landrat des Kreises Melsungen, dem Ausschuß für Kultur und Sport- Kreis- Jugendausschuß zugelassen.

Neben den bereits oben erwähnten Sportfreund Ludwig Harbusch, gehörten zu den "Geburtshelfern-Vereinsgründern", die Sportfreunde, R. Ernst Bartels, Heinrich Gude, Kurt Mell, Ernst Schmoll, Franz Schweitzer und Hermann Vogt.

Schon in den Anfängen des Vereins, unter ihren 1 .Vorsitzenden, Ernst Bartels, war der Inhalt der 1.vorläuflgen Satzung im Sinn des heutigen Umwelt- und Naturschutzes ausgerichtet.

Die Hege und Pflege des Fischbestandes, Bekämpfung der Veränderung der Gewässer sowie alle anderen Schädigungen des Landschaftsbildes - alles Dinge, womit sich die Umwelt- und Naturschützer erst seit den letzten Jahren befassen und schmücken.

Die Gründung sprach sich schnell herum und entsprechend schnell wuchs der Wunsch am Angelsport und dementsprechend die Absicht, Mitglied im Angelsportverein werden zu können. In den Gründerjahren war es jedoch nicht einfach, sich Vereinsmitglied nennen zu dürfen. Voraussetzung war, daß jeder aufgenommene Bewerber sich einer Anwärterschaft von einem Jahr unterziehen mußte.

In dieser Zeit hatte der Anwärter bereits einen Betrag auf die spätere Vereinszugehörigkeit von 50% des Jahresbeitrages zu entrichten. Das Recht zum Angeln stand ihm jedoch nur in Form von 4 Gastkarten für jeweils 7 Tage im Jahr zu, die aber extra zu bezahlen waren. (Diese Aufnahme­bedingungen waren zwar hart, aber vielleicht gar nicht so schlecht und nachahmenswert – private Anmerkung des Verfassers).

2 Jahre später - genau am 26.8.1948 gab sich der Verein im Rahmen einer Jahreshauptversammlung seinen jetzigen Namen Sport-Angler-Verein "Bartenwetzer" e.V. und seine 1. Satzung (siehe Auszug). Gleichzeitig trat er durch Vereinsbeschluß, in den im Jahre 1947 gegründeten Verband, Deutscher Sportfischer, ein. Um den ständig anwachsenden Verein und somit seinen Mitgliedern auch entsprechend Angelmöglichkeiten, sprich Wasser, bieten zu können, bemühte sich der Vor-stand um die Anpachtung weiterer Gewässer. Die erste zusätzliche Gewässeranpachtung wurde im August 1948 vollzogen. Voller Stolz konnte der Vorstand seinen Mitgliedern mitteilen, daß es gelungen war, das sogenannte "Schaubsche Wasser", in den Grenzen von Malsfeld (Ziegelhütte) und den Ortsteil Beiseförth - obere Grenze, mit Zustimmung des Forstamtes Altmorschen, zu pachten (1.4.1949). Der Verein hatte jetzt die Fulda von der unteren Grenze Melsungen - Hospi­talgraben bis zur oberen Grenze Gemarkung Malsfeld, Beiseförth als Pachtgewässer. 1954, und zwar genau am 5.4. kam der Mühlgraben entlang der Freundschaftsinsel, und am 1.10.1956 die "Alte Fulda" zwischen Schwarzenberg und Röhrenfurth, hinzu.

Das hört sich alles ganz gut an, aber damit kamen die ersten Probleme auf den Verein zu.

- Frage Besatz. Um die Fischwaid - Arterhaltung zu gewährleisten war es schon immer erforderlich, daß durch den/die Vereine Besatzmaßnahmen durchgeführt werden mußten. Insbesondere nach den Kriegswirren unterlagen die meisten Gewässer, und hier speziell unsere Fulda gravierenden Beeinträchtigungen, die zu negativen Veränderungen der Gewässerlebensräume, und damit zum Wandel in der Artenzusammensetzung und zum Rückgang der Fischbestände führte. Wo jedoch den Besatz in der erforderlichen Größenordnung hernehmen? Die Bentfsfischer/Züchter waren leider noch im Aufbau und somit noch nicht in der Lage, den Besatz zu liefern. Aus dieser Notlage heraus faßte der Verein unter Führung seines damaligen 1. Vorsitzenden, Peter Schormann, den Entschluss, diesen Mißstand durch Eigeniniative selbst zu beheben - der Gedanke wurde auch bald umgesetzt. Ausgereift war die Idee vom Bau eigener Fischzuchtteiche. Und so wurde im Kehrenbachtal, der sogenannten Kaiserau, in jahrelanger Eigenleistung der Vereinsmitglieder, Aufzuchtteiche für den so wichtigen und erforderlichen Fischbesatz geschaffen. Die gesamte technische Planung wurde durch die Vereinsmitglieder, dem Architekten und damaligen Schriftführer, Franz Schweitzer, die Arbeiten vor Ort, unter der Aufsicht der beiden Sportfreunde, gelernte Schachtmeister, Christian und Adam Herwig, durchgeführt. Die Anlage wurde im Laufe der Jahre immer vergrößert und ausgestaltet.

Als krönenden Abschluß und Tüpfelchen auf dem "i", wird die Fischerhütte in der Anlage gesehen. Von Anbeginn weiß sie von so manchen fröhlichen Fest zu erzählen - das gilt bis heute! Um diese Gemeinschaftsleistung so richtig zu würdigen, muß man wissen, daß in den Jahren von 1953 bis 1958/59 in ca. 12.000 freiwilligen Arbeitsstunden eine Anlage entstanden ist, die schon zur damaligen Zeit, einen Wert von 25.000,- DM darstellte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, daß die Stadt Melsungen den Verein tatkräftig unterstützte, indem sie das Gelände kostenlos, und einen Geldbetrag von 3.000,- DM zur Verfügung stellte. Der Verein war jedoch nicht nur in dieser Richtung aktiv.

Eine Jugendgruppe wurde im August 1953 ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Vereinsmitgliedes, dem Lehrer Eduard Unger, als Jugendwart, sollte die Jugend an den Angelsport heran - und von der Straße weggeführt werden- die Verbundenheit zur Natur und den Umgang mit der Kreatur kennenlernen. Aufgrund all dieser positiven Entwicklungen blieb es natürlich nicht aus, daß sich der Angelsport immer größerer Beliebtheit erfreute, und der Angelsport-Verein den Andrang der Angelinteressierten zu spüren bekam. Der Verein wuchs in seiner Mitgliederzahl (anfangs 25) von Jahr zu Jahr. Dieser Umstand führte dazu, daß sich der Verein ständig um weiteres Gewässer bemühen mußte. Eine gute Möglichkeit bot sich schon im Jahre 1963 durch die Allpachtung einer Kiesgrube in der Gemarkung Beiseförth, an der B 83 (alt) und der Kiesgrube "Am Langen Frasen" in Melsungen - wieder ein Stück vorangekommen!

So langsam näherte man sich dem 25. Geburtstag - Zeit, einmal Zwischenbilanz zu ziehen.

Der damalige 1. Vorsitzende, der Sportfreund Erich Skirde, hob aus diesem Anlaß den Eifer und Idealismus der Vereinsmitglieder hervor, erwähnte insbesondere noch einmal all das, was in den abgelaufenen 25 Jahren durch den Verein auf die Beine gestellt worden ist. Insbesonders wurden hier aus diesem Anlaß die früheren Vorsitzenden, Peter Schormann, Willi Rothämel und Hans Röhsler erwähnt, die den Verein mitgeschaffen, bis zu diesen Zeitraum aus den kleinsten Anfängen heraus zu einer Vereinsstärke von 120 Mitgliedern aufbaute, die Voraussetzung schuf, daß dem SAV "Bartenwetzer" e. V. Melsungen eine Fuldastrecke von 6,5 km und 2 Kiesgruben für ihr ge­liebtes Hobby zur Verfügung stand. Der Verein wollte und konnte sich jedoch nicht auf dem was er geschaffen hatte und den damit verbundenen Lorbeeren ausruhen — der Blick war ständig nach vorn ausgerichtet.

Am 28.1.1972 wurde der Sportfreund Heinrich Gabler in der Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Als erstes herausragendes Ereignis unter seiner Wirkung als 1. Vorsitzender des Vereins, konnte er 1974 den Erwerb von 2 weiteren Kiesgruben einschließlich Umland mit einer Fläche von rund 68. 000 qm in der Gemarkung Beiseförth bezeichnen.

Erwähnenswert in diesem Falle ist, das der Kauf dieser Gruben nur durch die Dahrlensbereitschaft der Vereinsmitglieder bei einer kurzfristig einberufenen außerordentlichen Jahreshauptversammlung zustande gekommen ist. Im gleichen Jahr konnte der ehemals langjährige 1.Vorsitzende Peter Schonmann nicht nur seinen 75. Geburtstag feiern, sondern für die Würdigung seiner Leistungen, die "Goldene Ehrennadel" des Kurhessischen Fischereiverbandes in Empfang nehmen. Das Jahr 1974 war noch nicht zu Ende, schon wurden neue Verhandlungen für den Erwerb einer dritten Kiesgrube in Beiseförth in Angriff genommen.

In der Jahreshauptversammlung Januar 1975 konnte bereits der Abschluss des Kaufes dieser Grube den Mitgliedern mitgeteilt werden. Der SAV "Bartenwetzer" war jetzt stolzer Eigentümer von 3 zusätzlichen Kiesgruben in einer Größenordnung von über 70.000 qm im schönen Fuldatal der Gemarkung Beiseförth (gegenüber Wildsbergquelle).

Unter der geschickten Führung und vor allen der Weitsichtigkeit seines 1. Vorsitzenden entwickelte sich der Verein ständig weiter — nicht nur, dass die Mitgliederzahl sich ständig vergrößerte, nein, so gelang ihm schon der nächste große Wurf. Durch ausgesprochen ausgewogene Verhandlungsführung gelang es ihm, dass ehemalige "Beckersche — Wasser" zum 1.1.1977 als Pachtgewässer für den Verein zu gewinnen. (in den Grenzen —vom Wehr bis Schwarzenberger Graben). Könnte man es nicht laut Vertrag nachvollziehen und somit beweisen, wäre es fast nicht zu glauben, aber es ist wahr, der Mann mit dem "Goldenen Händchen", sprich 1. Vorsitzender, hatte schon wieder ein Schnäppchen vorzuweisen.

Genau auf den Tag - am 1.1.1978 waren die Verhandlungen über das "Sostmann Wasser" unter Dach und Fach. - Nicht nur wieder ein Stück Wasser - nein, fügt man dieses Stück in das Ganze, so kommt man zu der fantastischen Erkenntnis: - der Verein hat jetzt eine in sich geschlossene Wasserstrecke (Fulda) von der Gemarkung Malsfeld/Beiseförth bis Schwarzenberg (Graben) von ca.13 km Länge. Welch enorme Leistungen in der Vergangenheit, speziell unter dem jetzigen 1. Vorsitzenden, dem Sportfreund Heinrich Gabler, im Interesse des Vereins vollbracht wurden, kann man nicht genug würdigen, man kann es nur immer wieder betonen, und in besonderer Weise hervorheben. Für diese besonderen Verdienste um den Verein und die Sportfischerei wurde er im Jahre 1984 mit der höchsten Auszeichnung des Fischereiverbandes Kurhessen, der goldenen Ehrennadel, bedacht.

Ein Kapitel der Vereinsgeschichte, daß sich hauptsächlich in den 70er Jahren abgespielt hat, sollte nicht vergessen und hiermit erwähnt werden. Gemeint sind die Wettbewerbe im Fischen. Sie sind und waren keine Errungenschaft der jüngsten oder jüngeren Zeit. Nein, sie gab es schon so lange wie es Angelsportvereine bzw. Zusammenschlüsse von Sportfischern gibt.

Diese Wettbewerbe, sei es die, die auf der Verbandsebene ausgerichtet wurden, erfreuten sich stets größter Beliebtheit. Sie dienten nicht nur dazu bei, daß man sich beim Wettkampf maß, nein, an erster Stelle stand vor allen das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Kameradschaft in den Vereinen vor Ort und überregional zu fördern.

Neben vielen Preisen und Pokalen, die heute noch die Regale und Vitrinen zu Hause oder in den Vereinsheimen die Wände zieren und Stolz hervorrufen - gewonnen durch einzelne Vereinsmitglieder - sollen hier nur kurz die herausragenden Erfolge der Vereinsmannschaft des SAV "Bartenwetzer" e. V. Melsungen erwähnt werden.

- Im Frühjahr 1977 errangen sie die Landesmeisterschaft im Sportfischen und wurden damit HESSENMEISTER.

- Ein weiterer Erfolg ließ nicht solange auf sich warten, denn die sieggewohnte Mannschaft setzte noch einen drauf - sie wurde beim Wettkampf um die "Deutsche Meisterschaft" - VIZEMEISTER 1977

Ähnliches wird sich nicht wiederholen, denn diese Wettbewerbe sind in der Zwischenzeit verboten. (ob zu Recht oder zu Unrecht - andere scheinen das besser beurteilen zu können!)

Das wesentliche in der Vereinsgeschichte wurde hiermit erwähnt. Nun gilt es langsam Bilanz zu ziehen.

- Bilanz

5 Jahrzehnte sind vergangen, Einzigartiges wurde geschaffen und geleistet. Darauf können heute 180 aktive, 35 passive Mitglieder, 25 Jugendliche, 4 Ehrenmitglieder sowie 5 Senioren stolz sein. Das der Verein 1987 - rückwirkend ab 1984 die Gemeinnützigkeit zugesprochen bekam, sollte hier noch Ewähnung finden. Darauf wurde dann die jetzt noch gültige Satzung des Vereins, vom 28.1.1989 aufgebaut und ausgerichtet.

Nun gilt es diese Werte zu erhalten - zu erhalten für unsere Nachkommen - im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes. Dieser Wunsch sollte im beiderseitigen Einvernehmen, in Toleranz zwischen Verein und Umwelt- und Naturschutzbehörde getragen werden. Denn Gemeinsamkeit macht stark - gemeinsam kann man begangene Fehler der Vergangenheit bewältigen und zu beheben versuchen. Dazu sollte man sich aber die erforderliche Zeit lassen, die nötigen Mittel wählen und durch gezielte Absprachen erneute Fehler vermeiden.

In diesem Sinne laßt uns den 50. Geburtstag würdig feiern!

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 28. April 2015 )
 
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